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Schützen & Erhalten · September 2018 · Seite 18 Fazit Das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon gelangt aus dem geolo- gischen Untergrund in Kellerräume und Erdgeschosse, wenn diese im erdberühr- ten Bereich nicht dicht sind. Gesundheit- liche Beeinträchtigungen der Bewohner und Nutzer können die Folge sein. Da- mit beim Bauen gesundheitliche Aspekte nicht zu kurz kommen, sollten bei Neu- bauprojekten und beim Bauen im Be- stand der Schutz vor Radon immer mit bedacht werden. Neben dem Schließen von Fehlstellen und Rissen in der Baukonstruktion sind Feuchteschutz und Frischluftzufuhr durch eine zwangsgesteuerte Lüftungsanlage Möglichkeiten, radioaktives Radon in der Raumluft nicht zu gesundheitsgefährden- den Konzentrationen ansteigen zu lassen. „Für Standorte mit hohen Radonkonzen trationen oder einer hohen Durchlässigkeit des Baugrundes sind aber auch zusätz- liche Maßnahmen wie Radondrainagen sinnvoll. Um die im Einzelfall erforderli- chen Maßnahmen auszuwählen, sollte im Rahmen des Baugrundgutachtens die lo- kale Radonsituation bewertet werden.“ 8 Quellen 1. Gesetz zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisie- render Strahlung, ausgegeben im Bundes- gesetzblatt https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/ start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_ id%3D%27bgbl117s1966.pdf%27%5D#__ bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_ id%3D%27bgbl117s1966. pdf%27%5D__1531827125053 2. vergl. §124 in Aufenthaltsräumen und §126 für Ar- beitsplätze 3. vergl. § 123 (1), 4. siehe zuvor § 122, Absatz 4 5. http://www.bfs.de/DE/themen/ion/ion_node.html 6. siehe zuvor 7. BfS-Broschüre „Radon – ein kaum wahrgenomme- nes Risiko“; Abwägung von Aufwand und Nutzen einer Sanierung http://www.bfs.de/SharedDocs/ Downloads/BfS/DE/broschueren/ion/stko-radon. pdf?__blob=publicationFile&v=8 8. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) der Bundes republik Deutschland; Willy-Brandt-Straße 5; D-38226 Salzgitter; Telefon: +49 (0) 3018 333-0 , Fax: +49 (0) 3018 333-1885; E-Mail: ePost@bfs.de ; Homepage: http://www.bfs.de siehe zuvor, „Was ist bei Neubauten zu beachten?“ Bild 2: Radonkarte − Übersicht über die Radonkonzentration in der Bodenluft in einem Meter Tiefe Die Radonkarte Deutschlands Die Radonkarte Deutschlands gibt eine Orientierung über die regionale Ver- teilung der Radonkonzentration in der Bodenluft 1 m unter der Erdoberfläche. Datenbasis sind zum Stand September 2003 Messungen an insgesamt 2346 geologisch repräsentativen Messorten, die in Gebieten mit höherem geogenen Radonpotenzial dichter beieinander liegen als in Regionen mit mittlerem bis niedrigem Radonpotenzial. Die flächen- deckende Schätzung der Radonkonzen- tration in der Bodenluft erfolgte mittels einer abstandsgewichteten Interpolati- on zwischen den Messorten innerhalb generalisierter geologischen Einheiten auf der Basis eines regelmäßigen Rasters von 3 km × 3 km. Die Karte dient zur Prognose der Radonkonzentration in der Bodenluft ausschließlich im regionalen Maßstab. Die Dichte der Beprobung wurde der geologischen Variabilität angepasst. Die Radonkonzentration in der Bodenluft ist ein Maß dafür, wie viel Radon im Untergrund zum Eintritt in ein Gebäude zur Verfügung steht. Typischerweise liegt das Verhältnis von Radon in der Raumluft zu Radon in der Bodenluft bei ca. 1 bis 5 ‰, d. h. bei einer Aktivitäts- konzentration in der Bodenluft von 100 kBq/m3 könnten Werte im Bereich von 100 bis 500 Bq/m3 in der Raumluft des Gebäudes auftreten. Die Karte gibt des- halb auch Hinweise darauf, in welchen Regionen mit erhöhten Radonkonzen- trationen in der Raumluft zu rechnen ist. In Gebieten, für die nur Radonkon- zentrationen in der Bodenluft von we- niger als 20 kBq/m3 prognostiziert wur- den, sind erhöhte Radonkonzentrati- onen in der Raumluft unwahrscheinlich. In den übrigen Gebieten muss jedoch mit erhöhten Konzentrationen in der Raumluft gerechnet werden. Aus der für eine Rasterfläche pro- gnostizierten Radonkonzentration in der Bodenluft kann aber nicht generell auf die Radonkonzentration in der Bodenluft an einem Standort (z. B. ein Baugrundstück) und deshalb auch nicht auf erhöhte Konzentration in einem einzelnen Haus geschlossen werden, da die Radonkonzentrationen in der Bo- denluft kleinräumig variieren können. In Gebieten, für die Radonkonzentrati- onen in der Bodenluft von weniger als 20 kBq/m3 prognostiziert wurden, sind nur geringe Variationen zu erwarten. In Gebieten, für die höhere Radonkon- zentrationen in der Bodenluft prognos- tiziert wurden, muss dagegen mit grö- ßeren Variationen gerechnet werden. In solchen Flächen sollten zur Bewertung eines Standortes Messungen der Radon- konzentration in der Bodenluft und zur Bewertung der Situation in einem Haus Messungen der Radonkonzentration in der Raumluft durchgeführt werden. Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz Fachbereiche i Bautenschutz Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz
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