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Schützen & Erhalten · September 2018 · Seite 61 Informationen des Bundesverbandes Feuchte & Altbausanierung e.V. BuFAS-News Exkursion zur Schloss- und Gutshofanlage Ludwigsburg in Loissin Identitätsstiftender Teil der pommerschen Geschichte Anlässlich der 29. Hanseatischen Sanierungstage steht bereits tradi- tionell eine Fachexkursion auf dem Programm: In diesem Jahr geht es zur Schloss- und Gutshofanlage Ludwigsburg in Loissin an, ohne Frage ein einmaliges architektoni- sches Zeugnis pommerscher Ge- schichte. Schloss Ludwigsburg wurde zwi- schen 1577 und 1592 von Herzog Ernst-Ludwig von Pommern für seine Gemahlin Sophia Hedwig von Braunschweig-Wolfenbüttel er- baut. Das Schloss hat einen kreuz- förmigen Grundriss und ist im Stil der Renaissance erbaut worden. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gut mehrfach seinen Besitzer. Im Jahr 1648 wechselte es offizi- ell in den Besitz der schwedischen Krone. In ihrer Geschichte durchlief die Ludwigsburg zwei große Um- bauten. Der erste fand ca. 1650 mit der Umwandlung in ein Lehn- und Rittergut statt. Der zweite Umbau, dem die Burg ihre heutige künstlerische Gestal- tung verdankt, fand 1776 statt. Viele der Malereien, die Tapeten, Decken oder Balken verzieren, werden dem Sohn des damaligen Besitzers Friedrich Ernst Sebastian von Klinkowström zugeschrieben. Doch ein nächster Wechsel stand bevor: Aufgrund einer finanziellen Notlage Klinkowströms fiel das Schloss im Jahr 1810 in den Besitz der Weißenborns, die das Schloss wiederum bis 1945 behielten. In der Nachkriegszeit wurde das Schloss vorwiegend von Flücht- lingen bewohnt, später auch von Siedlern. Nach der Wiedervereinigung er- hielt die Familie Weißenborn das Gut zurück. Da eine solche Anlage mit Instandhaltung eine kostspie- lige Angelegenheit ist, wurde ein Förderverein gegründet. Darüber hinaus sind die Nachfahren bereit, das Schloss für einen symbolischen Euro zu verkaufen, wenn das Land das Schloss saniere und bewah- re. Allerdings werden die Sanie- rungskosten für das aus Schloss, Gutshofgebäuden und einem Park bestehende Ensemble auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Dennoch: Allgemein heißt es, dass das Schloss ein identitätsstiftender Teil der pommerschen Geschichte sei und die Politik daher einer Ver- pflichtung nachkommen müsse, sich für den Erhalt einzusetzen. Die größten Schäden betreffen vor allen Dingen den maroden Putz sowie die durch Wasserschäden in Mitleidenschaft gezogenen Fuß- böden und Mauerwerke. Zusätz- lich kommt noch ein allgemeiner Schwammbefall hinzu, der aller- dings durch eine Sanierung des Dachs im Jahr 2017 weitestgehend eingedämmt werden konnte. Das Gut soll – nach Klärung aller of- fenen Fragen - spätestens in den Jahren 2024/2025 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Da- her also ist die Exkursion zu diesem Zeitpunkt ein ganz besonders se- henswertes Ausflugsziel: Termin Samstag, 3. November. Hanseatische Sanierungstage Foto: Archiv Förderverein Schloss- und Gutshofanlage Ludwigsburg e.V.

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