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Schützen & Erhalten · Dezember 2020 · Seite 73 NEWS Informationen des Bundesverbandes Feuchte & Altbausanierung e.V. (vgl. Rapp (2018), Seite 194) [1]. Als Beleuch-tungsquelle diente die UV-Forensiklampe mit Peakwellen- länge: 365 nm. Als Referenz wurde jeweils zwi- schen den einzelnen Probekörper ein kleines Stück Max-Reflektor (PTFE) auf der horizontalen Mit- telachse der einzelnen Unter-su- chungsreihen platziert. IR-Absorptionsbildanalyse Bei dieser Untersuchung wur- de festgestellt, wie stark die Ma- terialoberflächen der einzelnen Probekörper Licht im Wellenlän- genbereich des nahen Infrarots (Wellen-längenbereich von 720 nm bis 1.100 nm) absorbierten. Bei einer starken Absorption erschien die Oberfläche der Probekörper dunkel, bei einer schwachen hell. Eine Einführung in die Grundlagen und Techniken der IR-Fotografie findet sich bei Mangold (2015) [2]. Hierfür wurde vor dem Objektiv der Forensikkamera ein IR-Passfil- ter befestigt. Dieser ließ nur das IR- Licht in die Kamera hinein passie- ren. Als Beleuchtungsquelle diente eine Glühbirne mit einer Nennleis- tung von 200 W. Als Referenz wurde jeweils zwi- schen den einzelnen Probekörper ein kleines Stück Max-Reflektor (PTFE) auf der horizontalen Mit- telachse der einzelnen Untersu- chungsreihen platziert. Fluoreszenzbildanalyse Bei dieser Untersuchung wurde festgestellt, wie stark die Materia- loberflächen der einzelnen Probe- körper das eingestrahlte kurzwel- lige Erregerlicht in eine größere Wellenlänge umwandeln und emit- tieren. Hierfür wurden vor dem Objektiv der Forensikkamera nacheinander die Langpassfil-ter „beige“, „gelb“, „orange“ und „rot“ gesetzt und jeweils mit dem Erregerlicht UV (Peakwellenlänge 365 nm), Violett (Peakwellenlänge 405 nm) und Blau (Peakwellenlänge 445 nm) an- gestrahlt. Dabei wurde jeweils berücksich- tigt, dass der Beigefilter für die Pe- akwellenlängen 405 nm (Violett), 445 nm (Blau) und 620 nm (Rot), der Gelbfilter für die Peakwellen- längen 445 nm (Blau) und 620 nm (Rot), der Orangefilter und der Rotfilter für die Peakwellenlängen 620 nm (Rot) durchlässig sind (vgl. Rapp (2018), Seite 195 - 196) [1]. Diese Filter-/Lampenkombinatio- nen wurden daher nicht weiter un- tersucht. Als Referenz wurde jeweils zwi- schen den einzelnen Probekörper ein kleines Stück Baumwollnes- seltuch auf der horizontalen Mit- telachse der einzelnen Untersu- chungsreihen platziert. In den Tabellen wurden die Ver- hältniszahlen aus den HSL-Werten der einzelnen Probekörper im Ver- gleich zu den jeweiligen daneben- liegenden Referenzstücken (Baum- wollnesseltuch) ermittelt. Die Verhältniszahl V sagte dabei aus, um wie viel mehr (> 1) oder weni- ger (< 1) der jeweilige Probekörper Fluoreszenz abstrahlt, als das je- weilige Referenzstück (Baumwoll- nesseltuch). HSL-Farbraum Der HSL-Farbraumdefiniert die Far- ben mithilfe des Farbwertes (engl. hue), der Farbsättigung (engl. sa- turation) und der Leuchtkraft bzw. Helligkeit (engl. luminance bzw. lightness). Diese Definition ähnelt sich mit der Wahrnehmung der Farben im menschlichen Auge. Während beispielsweise der Far- braum nach sRGB von den vor- handenen bzw. geräteabhängigen Grundfarben abhängig ist, und sich damit nur der Großteil der Farben abbilden lässt, ist die Wahl der Far- be nach dem HSL-Farbraum unein- geschränkt. Als Koordinaten des Farbraumes werden der Farbwert (H), die Sätti- gung (S) und die Helligkeit (L) ver- wendet. Der Farbwert (H) stellt dabei den Winkel auf dem Farbkreis da, wo- bei dieser die Werte von 0° bis 360° annehmen kann. 0° entspricht dabei der Farbe Rot, 60° der Farbe Gelb, 120° der Farbe Grün, 180° der Farbe Türkis, 240° der Farbe Blau und 360° wieder der Farbe Rot. Die Sättigung (S) wird in Prozent (0 - 100 %) angegeben, wobei bei 100 % die Farbe vollständig gesättigt ist. Wird z. B. die Farbe Weiß hin- zugemischt, ergibt sich ein Pastell- farbton bis hin zu einem neutralen Graufarbton (Sättigung 0 %). Die Helligkeit (H) wird ebenfalls in Prozent (0 - 100 %) angegeben. Sie gibt an, wie viel Licht aus der Far- be kommt. Ist der Helligkeitswert niedrig, so sieht die Farbe dunkel aus; ist der Helligkeitswert hoch, so sieht sie hell aus. Während 0 % da- bei Schwarz entspricht, kann 100 % entweder der reinen Farbe (bei 100
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