

WTA-Informationen
Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege
Veranstaltungen der WTA
Expertengespräch − Besichtigung der Instandsetzung der Rheinbrücke in Eglisau
Im Rahmen eines Expertengesprächs
organisierte die WTA Schweiz eine Be-
sichtigung der Instandsetzung der fast
hundertjährigen Rheinbrücke in Eglisau.
Die zirka 130 Meter lange Bogenbrücke besitzt
ein Betongewölbe mit aufbetonierten Stirnmau-
ern. Sie ist mit einem kleinformatigen hellen
Naturstein verkleidet. Die Brücke weist drei Öff-
nungen mit je 40,7 Meter lichter Weite auf. Die
Brücke ist für zwei Fahrstreifen, einen Rad- und
einen Gehweg ausgelegt. Rund 20.000 Fahrzeuge
fahren an einem Werktag durch Eglisau, davon
wegen der nahen Kiesabbaugebiete rund 10%
Schwerverkehr. Die starke Nutzung machte Erhal-
tungsmaßnahmen notwendig. Zurzeit findet die
Instandsetzung des seitlichen Natursteinmauer-
werkes und der Betonbögen statt.
Rund 20 Teilnehmer bekamen von Dr. Diet-
er Flückiger und Balz Hess, Flückiger+Bosshard
AG, einen spannenden Einblick in das Projekt
und die Ausführung. Neben den Verstärkungs-
maßnahmen mittels Vorspannung wurden an-
schließend vor Ort insbesondere die Arbeiten
an den Natursteinen besichtigt. August Kuster,
Kuster-Natursteine, stellte kompetent Material
und Handwerk vor. Im Belle-Epoque-Saal des
Gasthofes Hirschen informierte Alfred Meister,
Präsident des Vereins Umfahrung Eglisau, über
die Geschichte und Entwicklung der Verkehrssi-
tuation in Eglisau sowie mögliche Lösungsansät-
ze in der empfindlichen Kultur-Landschaft. Wein
aus Eglisau sowie Feines aus der Küche wurden
auf der Terrasse direkt neben dem Rhein ver-
kostet. J. W. Goethe schrieb anlässlich seines
Aufenthaltes in Eglisau in einer Tagebuchnotiz
vom 26. Oktober 1797: „Um zwölf Uhr waren
wir in Eglisau, wo wir im Gasthof zum Hirsch
einkehrten, am vorbeifliessenden Rhein, und um
halb zwei weiter fuhren.“ Die Teilnehmer am Ex-
pertengespräch brachten es trotz der heutigen
Hektik auf fast vier Stunden!
Der Beitrag wurde von Felix Wenk,
Dozent für Erhaltung im Bauwesen,
Prof., dipl. Bauingenieur ETH SIA Hochschule
für Technik Rapperswil verfasst.
Schützen & Erhalten · September 2015 · Seite 60